Symbolbild: Moderner Klassenraum
Hintergrund

Neue Schulbaurichtlinie für Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz hat eine neue Schulbaurichtlinie. Klingt technisch, ist aber ein enormer Fortschritt für den Bildungsbereich. Kurz und knapp: Unsere Schulen werden offener, nachhaltiger, sicherer und digitaler. Die Schulgemeinschaft wird künftig stärker daran beteiligt, wie ein moderner Ort für beste Bildung konkret aussehen soll.

Einen ersten Überblick gibt Ihnen das Kompendium „Zukunftsfähige Schulbauten in Rheinland-Pfalz“.

Was ist die Schulbaurichtlinie?

Die Schulbaurichtlinie regelt im Kern, wie eine Schule gestaltet sein muss, damit sie den aktuellen pädagogischen Anforderungen entspricht. Für den Bau einer Schule sind die Schulträger, also oft die Kommunen, seltener private Träger wie zum Beispiel Kirchen, verantwortlich. Die Verwaltungsvorschrift regelt deshalb auch, unter welchen Voraussetzungen der Schulbau durch das Land gefördert wird. Aktuell stehen im Förderprogramm des Landes 65 Millionen Euro zur Verfügung – so viel wie noch nie. Zudem unterstützt Rheinland-Pfalz die Kommunen bei Maßnahmen an Schulen finanziell über das Kommunale Investitionsprogramm 3.0 und dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI). Die Schulbaurichtlinie steckt also einen groben Rahmen für die Ausgestaltung und die finanzielle Förderung.

Warum brauchte es eine neue Schulbaurichtlinie?

Unser Bildungswesen verändert sich stetig. Wo es früher feste Klassenräume, eine Tafel und Frontalunterricht gab, entsteht heute eine andere Lernatmosphäre. Unterrichtsmethoden und Arbeitsformen haben sich geändert – nicht allein durch den Einsatz digitaler Endgeräte oder künstlicher Intelligenz. Das hat Auswirkungen auf den Schulbau, weil für individuelleres Lernen offenere Räume gefragt sind. Zudem möchte die Schulgemeinschaft stärker dabei mitreden, wenn neue Lernorte bestehen. Auch der Anspruch an Sicherheit und Nachhaltigkeit hat sich beim Schulgebäude verändert, sodass eine Erneuerung der Verwaltungsvorschrift notwendig geworden ist.

Was ist neu an der Schulbaurichtlinie?

Uns Freien Demokraten mit dem bildungspolitischen Sprecher Marco Weber war wichtig, dass wir Schulbaurichtlinien zugunsten eigener pädagogischer Konzepte der Schulen öffnen. Das heißt: Wir wollten verankern, dass Schulen nicht allein nach dem Willen einer Richtlinie des Landes entstehen. Sie sollen die Handschrift der Schulgemeinschaft mit dem spezifischen pädagogischen Konzept tragen. Dafür gibt die Landesregierung starre Grenzen in festen Quadratmeterzahlen auf und ersetzt sie durch flexible Korridore zur individuellen Gestaltung je nach Schulprofil.

Zudem entsteht eine neue „Phase 0“ in der Planung einer neuen Schule. In dieser hat die Schulgemeinschaft das Wort und wird in der Beteiligung am Schulbau vom Pädagogischen Landesinstitut beraten. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte bringen sich ganz konkret in die Gestaltung des neuen Lernortes ein. Denn am Ende sind die neuen Flächen und Räume für sie ein wichtiger gemeinsamer Ort.

In Zeiten des Klimawandels ist klar: Neue Bauprojekte müssen nachhaltig sein. Deshalb unterstützt das Land künftig die Schulen stärker, die energieeffizienter gebaut sind. Dabei sind die höchsten Standards kein Muss. Allerdings wird über einen finanziellen Anreiz der Weg für mehr Nachhaltigkeit geebnet. Ein Update haben auch die Anforderungen an Brand- und Hochwasserschutz, Amok- und Unfallprävention sowie Barrierefreiheit erhalten. Schulen müssen sichere Orte sein und Teilhabe ermöglichen. Das ist jetzt konkret geregelt. Und: Längst überfällig werden auch erstmals bauliche Maßnahmen gefördert, die für die Digitalisierung unserer Lernumgebungen notwendig sind.

Übrigens: Die Digitalisierung im Bildungswesen ist uns Freien Demokraten ein Herzensanliegen. Lehrkräfte wollen unterrichten. Tatsächlich sind sie oft Bürokraft oder IT-Mitarbeiter. Das wollten wir ändern. Deshalb hat das Land auf unsere Initiative hin das Digitale Kompetenzzentrum gegründet – einmalig in Deutschland. Es übernimmt alle Leistungen, die Schule zu einem digitalen Raum machen. Das DigiKomp bildet Lehrkräfte fort, unterstützt Schulen bei der technischen Ausstattung und verbessert das digitale Lehrangebot. Das schafft moderne Bildung und gibt Lehrkräften mehr Zeit für das, was wirklich zählt: Guter Unterricht.